Dienstag, 6. Februar 2007 - 10:06 Uhr
Kurzweilige Trainingsstunde mit Chefbundestrainer Detlef Poste

Auf Initiative des Sportlandes Dornberg durfte sich Bielefelds Badmintonnachwuchs am Sonntagvormittag über eine ganz besondere Trainingseinheit freuen: Kein Geringerer als Chefbundestrainer Detlef Poste gab versierte »Entwicklungshilfe« in Sachen Grundlagentraining, Schlag- und Lauftechnik. Neben Korrekturen, Tipps und Tricks vermittelte Poste kurzweilige Übungs- und Spielformen, die die Talente auch im künftigen Vereinstraining einsetzen können. Denise Rambke, Daniel Redekop, Lena Thase (alle BC Ajax), Marco Jaekel, Sebastian Hauk, Simon Weigel (alle TuS Eintracht), Maren Kaufmann, Anita Eberlein, Niklas Lasrich (alle SC Babenhausen), Laura Bodenbeck, Jeannine Dreyer, Lennard Koch und Frederick Loetzke (alle SV Brackwede) hatten ihren Spaß und waren allesamt mit Feuereifer bei der Sache. Foto: Carsten Borgmeier
Westfalenblatt Artikel vom 05.02. 2007
Dienstag, 6. Februar 2007 - 10:04 Uhr
Juliane Schenk greift wieder an

Badminton: Parallelen zwischen der Zeitsoldatin und Roman Spitko
Bielefeld (WB/jm). Badmintonspieler verbindet ein sensibles Verhältnis zu ihrem Spielball. Das Prozedere mit den Probeschlägen vor jedem Match sei auch deshalb vonnöten, weil sich »die klimatischen Bedingungen in der Seidensticker Halle mit der Anzahl der Zuschauer ständig verändern« würden und dies dann »Auswirkungen auf das Flugverhalten der Bälle« habe, klärte Hallensprecher Christian Holzmacher auf das Publikum bei den Deutschen Meisterschaften auf. 3500 Besucher kamen an allen vier Tagen. Ob die DM über 2008 hinaus im Bielefelder Sporttempel beheimatet bleibt, darüber muss das DBV-Präsidium in Kürze befinden und zwischen zwei Varianten abwägen. Die eine ist, die Titelkämpfe ab 2009 auf Reisen durch deutsche Lande zu schicken. Mögliche Stationen: Berlin, Koblenz, Hamburg. Die andere könnte sein, Bielefeld zu einer Art Badminton-»Wimbledon« zu erheben. Angesichts so mancher »Baustelle« scheut DBV-Vizepräseident Gerd Pigola (Leipzig) jegliches Risiko und bevorzugt Kontinuität. »Für Bielefeld spricht nicht bloß die geografische Lage. Wir wissen, was wir an der Veranstaltung hier haben«. Zudem sei wohlwollend zur Kenntnis genommen worden, erklärt DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst, dass sich ja sogar der Oberbürgermeister dafür verwendet gemacht habe, die DM im Oberzentrum zu etablieren. Aktivensprecher Roman Spitko (TuS Wiebelskirchen) und Juliane Schenk (SG EBT Berlin) verbanden Parallelen. Beide standen sowohl im Einzel als auch im Doppel im Finale. Beide zogen zunächst gegen die favorisierten Titelinhaber den Kürzeren und griffen dann im Doppel zur nationalen Krone. Und beide wollen in den Disziplinen international hoch hinaus. Nach einem verkorksten Sommer kann 24-jährige die Zeitsoldatin Juliane Schenk wieder grinsen. »Alles im grünen Bereich. Mit mir ist wieder zu rechnen«. Eine hartnäckige Schulterverletzung am Schlagarm setzte die EM-Bronzemedaillengewinnerin von 2006 für die WM in Madrid außer Gefecht. »Die Schulter ist eines der kompliziertesten Gelenke, das habe ich zu spüren bekommen,« so Schenk. »Veränderung von Muskulatur, die jahrelang in einer nicht optimalen Position belastet wurde, Aufbau von zu schwach ausgebildeten Muskelgruppen; das ist verdammt zeitintensiv umzustellen.« Doppelpartnerin Nicole Grether (»Einzel werde ich nicht mehr spielen« , die im Bundesstützpunkt Mülheim eine Wohngemeinschaft mit Jugend-Europameisterin Janet Köhler bildet, konzentriert sich voll auf ihr Doppel mit Juliane Schenk. »In Peking wollen wir unbedingt dabei sein, und danach gehe ich auf jeden Fall zurück nach Berlin,« spricht sie vom »Karriereende.« Roman Spitko hatte vor dem Herrenfinale geunkt, dass Björn Joppien angesichts dreier Niederlagen gegen ihn in 2006 womöglich »etwas Angst« verspüre. Doch Deutschlands Nummer eins erteilte dem frechen Herausforderer (»Ich gebe Vollgas. Meine Kraft reicht für zwei Spiele und sechs Sätze - hoffe ich« eine Lehrstunde. Seit einem Jahr ist Spitko in den Weltranglisten im Einzel und im Doppel auf Klettertour. »Es ist harte Arbeit, war aber eine gute Entscheidung. Als Bayer sieht man die Dinge vielleicht aus einem anderen Blickwinkel,« spricht er schmunzelnd von einer »Jo mei-Mentalität.« Nach Abgabe seiner BWL-Diplomarbeit (Thema: Besonderheiten der Pensionsrückslagen beim Unternehmenskauf) im März widmet er sich ab dem 1. Mai voll der Olympiaqualifikation. Um Peking zu erreichen, muss in beiden Disziplinen ein Platz unter die Top 15 in der Welt her; ein schwieriges Unterfangen. Mut machte Roman Spitko das starke Abschneiden bei den Super Series-Turnieren in Malaysia und Korea. »Ich habe insgesamt 1700 Dollar verdient. Nicht viel, aber immerhin.«
Westfalen-Blatt Artikel vom 05.02. 2007
Dienstag, 6. Februar 2007 - 09:53 Uhr
DM-Splitter

Spenden für Uganda Schiedsrichter Herbert Otto, Anfang Dezember als Referee beim »Baroda Open Badminton Tournament« in Kampala/Uganda eingesetzt, bittet um ältere gebrauchte Badmintonausrüstung. Sachspenden, die in Uganda Nationaltrainer Simon Mugabi erreichen und sicher dankbare Abnehmer finden. »Viele junge Leute trainieren dort barfuß und mit notdürftig geflickten Schlägern,« so Ott. Wer Otto Sachen zuschicken möchte, hier die Adresse: Innere Koberger Straße 15 a, 90408 Nürnberg.
Herrendoppel im Studio Stets am Federball war der Saarländische Rundfunk. Stefan Hauch und sein Kamerateam sorgten für laufende Bilder von der Badminton-DM. »Wir haben im Saarland den Olympiastützpunkt und sind hier in fast allen Finals mit Spielern vertreten. Spitko und Fuchs haben wir als Studiogäste eingeplant«, berichtet Hauch in den Sendungen »Sportarena« und »Treffpunkt« von Akteuren der Badminton-Hochburgen Bischmisheim und Wiebelskirchen.
Gedächtnispokal für Müller Den Markus-Keck-Gedächtnispokal für vorbildliches und faires Verhalten im Sport bekam in diesem Jahr Stefanie Müller (TSV Röttenbach) überreicht, an der Seite von Kathrin Piotrowski Dritte im Damendoppel.
Westfalen-Blatt Artikel vom 05.02. 2007
Montag, 5. Februar 2007 - 16:03 Uhr
Stressige Tage mit Happy End

BADMINTON: Deutsche Meisterschaften mit Schiedsrichter-Streik, Top-Spielen und Tipps vom Profitrainer
VON CHRISTIAN WEISCHE (FOTOS) UND PATRICK SCHLÜTTER (TEXT)
Bielefeld. Die Titelanwärterin sagte ab, die Schiedsrichter streikten, aber die Deutsche Meisterschaft war ein Erfolg. Auch in den nächsten Jahren, so der Wunsch der Verbandsführung, sollen die Stars und Sternchen der Badminton-Szene in der Seidensticker-Halle auflaufen. Wie auch Krisen bewältigt werden, hat Ausrichter Axel Seemann dieses Jahr unter Beweis gestellt.
Mittwochabend – der Aufbau zu den 55. Titelkämpfen war in vollem Gang. Dann prüften die Schiedsrichter die Zähltafeln. „Doch bei 21 Punkten war Schluss. Dabei spielen wird jetzt bis zu 30“, berichtet Seemann. Noch in der Nacht zu Donnerstag besorgte eine befreundete Firma die fehlenden Tafeln. Der Turnierauftakt war gerettet.
Die Bielefelder Spieler mit Simon Böer und Jacqueline Mazurek an der Spitze lieferten durchaus ansehnliche Partien, mussten sich aber der Leistungsstärke der Profis geschlagen geben. Bei denen sorgte eine freudige Botschaft für die wohl größte Überraschung des Turniers. Topfavoritin Petra Overzier erwartet ein Baby – Karrierepause.
Natürlich beeinflusste auch die Handball-WM das Turniergeschehen. Beim Spiel gegen Frankreich drängelten sich die Badminton-Stars der Republik um zwei Laptops und einen Mini-Bildschirm im Hausmeister-Büro. „Das war wohl die schnellste und einfachste Lösung“, sagte Schiedsrichter Matthias Kayser. Einziges Manko: Während die einen schon ein Tor bejubelten, mussten die anderen warten – das Internet braucht eben etwas länger.
Und während die Spieler bei der Players Night am Freitagabend auch den deutschen Sieg feierten, ging es im Hinterzimmer zwischen Schiedsrichtern und Verbands-Präsidium heiß her. „Dieser Streit um Kosten, mangelnde Informationen und emotionale Auseinandersetzungen schwelt seit einigen Monaten“, erklärte Klaus-Michael Becker, Vorsitzender des deutschen Schiedsrichter-Ausschusses. Eine E-Mail hatte das Fass zum überlaufen gebracht.
Aus Sicht der Schiedsrichter verlief das erste Schlichtungs-Gespräch leider nicht zufriedenstellend. Die Folgen bekamen die Spieler zu spüren. Um ein deutliches Zeichen zu setzen, bestreikten sie das Viertelfinale im Herren-Einzel zwischen Björn Joppien und Marcel Reuter. „Ein Unding“, beschwerte sich Verbands-Präsident Karl-Heinz Kerst. Also übernahmen die ehrenamtlichen Helfer das Zählen. Für den seit gestern siebenfachen Deutschen Meister Joppien kein Problem: „Das war wie im Training. Hauptsache, die werden sich wieder einig.“
Und als hätten Schiedsrichter Becker und Präsident Kerst seine Worte erhört, sprachen beide Parteien am Sonntag von einer Bielefelder Lösung. „In einem Vier-Augen-Gespräch hat man sich geeinigt. Den Erfolg wird die Zukunft zeigen“, resümierte Becker nach der tagelangen Auseinandersetzung. Vielleicht hat das traditionelle Treffen der wichtigsten Helfer im Hause Seemann entscheidend zur Lösung beigetragen, vermutete zumindest der Ausrichter. Für die Meisterschaft hatte der Streit zum Glück keine weiteren Folgen.
Der Bielefelder Badminton-Nachwuchs profitierte gleich doppelt. Sie sahen Top-Spiele und bekamen auch noch Top-Tipps von Bundestrainer Detlef Poste. „Mir liegt sehr viel an einer guten Jugendarbeit in den Regionen“, sagte Poste und nahm sich zum wiederholten Mal Zeit für knapp 30 Jugendliche aus den städtischen Vereinen. „Das ist eine so seltene Gelegenheit, da wollte ich auf jeden Fall dabei sein“, sagte Laura Bodenbach von der SV Brackwede. Die 16-Jährige war von den technischen Erklärungen des Profis beeindruckt. In allen Punkten hatten die Deutschen Meisterschaften ein Happy End.
© 2007 Neue WestfälischeBielefelder Tageblatt (MW), Montag 05. Februar 2007
Montag, 5. Februar 2007 - 16:01 Uhr
Bundestrainer Poste regt »Umdenken« an
Die Badminton-Elite und der olympische Traum 2008 Von Jörg Manthey Bielefeld (WB). Im vorolympischen Jahr leuchtet das kleine Licht immer heller: Unter der Regie von Chefbundestrainer Detlef Poste ist der deutsche Badmintonsport international hoffähig geworden. 2006 war das erfolgreichste Jahr überhaupt in der Verbandsgeschichte. Deutsche auf vorderen Ranglistenpositionen schüren aktuell die Hoffnung, dass 2008 in Peking erneut ein stattliches DBV-Olympiaaufgebot an den Start gehen darf.
Ob Xu Huaiwen, Nicole Grether, Juliane Schenk, Björn Joppien oder Roman Spitko: Die Topleute werden ab Mai rastlos durch die Badmintonwelt tingeln, um sich auf der Hatz nach Punkten in den Weltranglisten möglichst weit vorne zu positionieren. »Es gibt nur elf Spieler, die eine realistische Chance auf Peking haben,« sagt Detlef Poste, der aber schon weiter denkt. »Einige sind bereits im Aufbau für 2012.« Für den DBV-Vizepräsidenten Dietrich Heppner (Referat Leistungssport) ist der akribische Arbeiter Poste ein Schlüssel für den deutschen WM- und EM-Medaillensegen in 2006. »Ein Badminton-Verrückter im positivsten Sinne. Einer, der keinen Dienst nach Vorschrift verrichtet und mit seinem Idealismus alle ansteckt, alle mitreißt.« Ausgestattet mit »Leidenschaft« und einem »guten Teamspirit« - diese Attribute bekamen die Besucher der 55. Badminton-DM in der Seidensticker Halle überzeugend serviert - habe sich das deutsche Badminton langsam an die Spitze geschoben, stehe nun aber an einer schwierigen Schwelle. Natürlich dreht es sich ums liebe Geld. »Wir haben jetzt ein vermittelbares Produkt,« wirbt Heppner um neue Sponsoren. Mit dem ausgereizten 600 000-Euro-Etat pro Jahr für die Nationalkader steht Deutschland in der Badminton-Geldrangliste nur auf 25, sportlich die Frauen (3.) und Männer (12.) aber ungleich höher. Zum Vergleich: Der Badmintonsport in England werde mit 6 Millionen Euro gefördert, so Poste. Fraglos wird Badminton weltweit immer professioneller organisiert. Davon zeugt nicht zuletzt die Einführung der zwölf Super Series-Turniere, bewertet mit sechs Sternen. Preisgeld-Minimum: 200 000 Dollar. Zum Vergleich: Die Yonex German Open in Mülheim, Deutschlands größtes Spektakel (27.2. bis 4.3.), sind mit 80 000 Dollar Preisgeld ausgestattet. »Für unser Denken bedeutet das einen Wandel. Andere Nationen gaben richtig Gas. Wir werden Ende 2008 einige Grundsatzentscheidungen treffen müssen,« überlegt Detlef Poste laut und wünscht sich ein »klareres Bekenntnis zum Leistungssport«, im Idealfall von der Politik. »Wir müssen unser System hinterfragen. Studium und Leistungssport oder eine halbe Stelle und Leistungssport wird bald nicht mehr funktionieren.« Denn die Elite müsse fortan verstärkt bei den lukrativen Events in Asien aufschlagen. »Es gilt, eine individuelle Professionalisierung voranzutreiben, unser bestehendes System zu nutzen und zu optimieren, um mit neuen Mitteln Zusatzpakete für einzelne Spielerinnen und Spieler zu schnüren.« Sport
Westfalen-Blatt Artikel vom 04.02. 2007
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